Vom Schmerz zur Stärke: Die 5 Phasen der Ablehnung und ihre Kraft

Die 5 Phasen der Ablehnung und ihre transformative Kraft für dich als AutorIn

Herzlich willkommen zu einem tiefgehenden Blick auf das Thema Ablehnung im Schreibprozess und wie du damit professionell umgehen kannst. Egal, ob du gerade erst beginnst, schon Manuskripte bei Verlagen eingereicht hast oder in anderen Bereichen mit Absagen zu kämpfen hast – dieser Artikel ist für dich.

Warum ist Ablehnung so schmerzhaft?

Jeder, der oder die schreibt, kennt die Angst vor dem Nein – sei es vom Verlag, vom Wettbewerb oder von anderen kreativen Institutionen. Ein Projekt, das das Herzblut widerspiegelt, in die Welt hinaus zu schicken, kostet Mut. Die Kreativität nach außen zu tragen, birgt das Risiko, verletzt zu werden.

Die „gute“ Nachricht: Die meisten Menschen in der Buch- und Filmwelt erhalten irgendwann eine Absage.

Und warum muss es immer so schmerzhaft sein? Laut wissenschaftlichen Studien ist dies tief im menschlichen Nervensystem verankert: Ablehnungen aktivieren unser parasympathisches Nervensystem und können echte Trennungsschmerzen oder sogar Entzugserscheinungen verursachen. Eine Absage ist also nicht immer gleich „weggeatmet“. Sie möchte angeschaut und bewusst integriert werden.

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Meine persönliche Erfahrungen mit Absagen – ganz frisch, und was daraus entstand

Ich selbst habe kürzlich die Erfahrung gemacht, mit einem internationalen Serienprojekt nicht auf die Bühne eines Wettbewerbs gewählt worden zu sein, an dem ich teilgenommen hatte. Es gab Hunderte, vielleicht Tausende Bewerbungen für nur 8 Plätze – logisch, dass viele der Teilnehmenden eine Absage erhalten.

Was danach in mir vorging, war erstaunlich lehrreich. Natürlich schmerzte es, und der Impuls liegt nahe, einfach weiterzumachen und die Ablehnung in Arbeit zu ertränken. Doch ich hielt stattdessen einen Moment inne – und dachte nach. Und recherchierte. Das war mein Glück.

Denn auf diese Weise öffnete genau diese Ablehnung neue Türen: Zwei weitere Wettbewerbe konnten von mir „bedient“ werden, und ich nahm teil. Einer davon erforderte sogar, den Stoff vom Serien- zum Kinoprojekt umzuarbeiten.

Die Anstrengung war groß, es hat mich viel Zeit gekostet, wie du dir vorstellen kannst, doch heute liegt eine Fülle an professionellem Material vor, das sonst wohl nie entstanden wäre.

Die Teilnahme an diesen beiden neuen Wettbewerben allein hat motiviert, noch einmal richtig tief in die Materie einzusteigen.

Ablehnung als Teil des kreativen Weges

Es ist entscheidend, dass du dir bewusst machst, dass Ablehnung selten etwas mit persönlicher Qualität zu tun hat oder mit der Güte des eingereichten Projekts.

Natürlich solltest du dir sicher sein, dass dein handwerkliches Können mehr als ausreichend ist. Doch oft entscheidet der Markt, z. B. die Verlagsstrategie oder einfach der Zeitgeist darüber, was gerade angenommen wird.

Deshalb: Absagen sind Bausteine auf deinem Weg als AutorIn und keine Endstation.

Die 5 Phasen der Ablehnung (inspiriert nach Kübler-Ross)

Zu diesem Beitrag hat mich im Übrigen der folgende Artikel inspiriert. Er übersetzt die klassischen fünf Trauerphasen nach Elisabeth Kübler-Ross auf den Umgang mit Absagen im kreativen Bereich: How to handle screenwriting like a pro?

Ich zitiere den Verfasser hier in meinen eigenen Worten:

  1. Verleugnung
    Man sucht verzweifelt nach dem eigenen Namen auf Listen der Wettbewerbe oder hofft auf Irrtümer.
  2. Wut
    Frust und Ärger auf die Branche, die Menschen oder Strukturen – manchmal auch Zynismus gegenüber der gesamten Szene.
  3. Verhandeln
    Nachfragen, Nachfassen, Hoffnungen auf ein Umdenken – kreative Versuche, das Ruder noch herumzureißen.
  4. Depression
    Infragestellen der eigenen Fähigkeiten und Träume. Selbstzweifel und das Gefühl, am liebsten alles hinzuschmeißen.
  5. Akzeptanz
    Das Projekt wurde abgelehnt, aber das bedeutet nicht das Ende des eigenen kreativen Weges oder einen Wertverlust als AutorIn. Akzeptanz schafft Raum für neue Ideen und Entwicklung.

Nicht jeder von uns durchläuft alle fünf Phasen gleich intensiv. Manchmal bleibt man in einer Phase hängen – umso wichtiger, sich der eigenen Gefühle bewusst zu werden und sie zu integrieren.

Lösungsorientiert denken und neue Türen entdecken

Jede Absage hält das Potenzial für neue Chancen bereit. Es ist nicht immer möglich, das „Gute“ sofort zu erkennen, vor allem nicht mitten im Frust.

Aber mit der Zeit zeigt sich oft, dass gerade das Nein erst den Weg für echte Weiterentwicklung freigemacht hat. Eine Tür schließt sich, zwei andere öffnen sich.

Und wenn gerade keine neue offen steht, führt allein die intensive Beschäftigung mit dem Projekt zu einem Wissens- und Arbeitsstand, der sonst nicht erreicht worden wäre.

Ich selbst hätte mich wahrscheinlich nicht an die Kino-Version meiner Geschichte gemacht (oder nicht so schnell), wenn mir nicht die Absage ins Haus geflattert wäre …

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Abschließende Gedanken und Motivation für den weiteren Schreibweg

Meine Erfahrung aus über 25 Jahren Autorinnen-Sein ist: Letztendlich ist Schreiben ein Weg, der nie nur geradlinig verläuft. Hinter jedem veröffentlichen Buch, hinter jeder Geschichte, steckt ein Mosaik aus Ablehnung, Weiterentwicklung, Leidenschaft und Mut.

Lass dich daher von Absagen nicht total entmutigen (oder nur so kurz wie möglich), sondern sehe sie als Wachstumschance und nächsten Schritt auf deinem Weg. Die Branche lebt von Vielfalt, Wandel und neuen Stimmen – vielleicht bist genau du der oder die Nächste, die gehört wird.

Teile gern deine eigenen Erfahrungen mit mir – sei es per Mail oder in den sozialen Medien.

Und denke daran: Jeder kreative Misserfolg ist nur eine Momentaufnahme, keine dauerhafte Bewertung deiner Arbeit oder Person.

Viel Kraft und Inspiration auf deinem weiteren Weg!

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