Aufräumen im Kopf mit den Morgenseiten

Im Frühjahr und Herbst packt die meisten von uns das große Aufräumen. Wohnung, Haus, Keller, Garage und Dachboden werden gnadenlos entrümpelt, gesäubert und sortiert. Was viele nicht wissen: Auch in unserem Geist ist gezieltes Entrümpeln und Leermachen wichtig, um klare Gedanken zu fassen. Nicht nur, dass uns täglich eine große Welle von „Digital-Müll“ erreicht wie zum Beispiel Informationen, um die wir nicht gebeten haben, die uns nichts nützen und die uns auch keine Freude machen. Auch die Informationsflut durch Briefe, Schriftstücke, Gespräche, Meetings ist enorm. Kein Wunder, dass viele nicht das Buch schreiben, das sie schon lange schreiben wollen. Es ist gar kein Raum im Kopf dafür!

An dieser Stelle teile ich mit dir meinen absoluten Spitzenreiter unter den Entspannungsmethoden: die Morgenseiten von Julia Cameron. Julia begleitet mich mit ihren Büchern seit über 20 Jahren. Immer wieder schaue ich auch heute noch hinein und finde wertvolle Anregungen. Die Morgenseiten haben vor gut 20 Jahren bei mir bewirkt, dass ich meine Festanstellung gekündigt und in die Selbstständigkeit gewechselt bin. Sie entspannen also nicht nur, sie bewegen auch was!

 

Warum überhaupt mental entrümpeln? 2 gute Gründe sprechen dafür.

Wer die Morgenseiten wirklich am frühen Morgen schreibt, direkt nach dem Aufstehen, ist überrascht, was ihm da alles durch den Kopf geht. Denn schon im Bett, beim Aufstehen, Frühstückmachen und unter der Dusche überrollen uns die Gedanken, berufliche wie private.

Es sind To-dos, kleine und große Aufregungen, Ärgernisse, Ängste, Unsicherheiten, Gedanken an bevorstehende Gespräche, nachklingende Worte eines Streits oder einer Diskussion … Eigentlich müsste unser Kopf schon am Morgen Tonnen wiegen. So viel ist in ihm drin.

Und genau darum machen wir ihn am besten morgens gleich wieder leer. Das empfiehlt zumindest Julia Cameron. Denn dies macht um einige gedankliche Kilos leichter und hilft uns, uns wieder konzentrieren und fokussieren zu können, zum Beispiel auf das Schreiben oder auch auf ein bevorstehendes, wichtiges Gespräch.

Wie die Morgenseiten funktionieren, erkläre ich dir gleich.

Der zweite Grund schließt sich nahtlos an den ersten an. Nur wo Platz ist, da ist Raum für Neues!

Wer alles auf dem Papier entleert, was ihm im Kopf herumschwirrt, der schafft Raum für neue Gedanken, neue Ideen. Mir sind auf den Morgenseiten tatsächlich schon neue Buchideen und Figuren für Romane und Reihen begegnet. Dazu musste erst mal das ganze Alte raus. Denn interessanterweise wird ein Gedanke nicht leichter, je länger wir an ihm herumdenken – er wird oft immer schwerer oder bleibt gleich belastend. Schreiben wir ihn jedoch auf – ist er auf magische Weise draußen aus dem Kopf. Weg!

Das Gute ist: Was auf Papier ist, geht nicht verloren. Es ist fixiert, man kann es nachlesen. Der Kopf ist befreit von der Aufgabe, ständig die vielen Gedankenbälle in der Luft zu halten und zu jonglieren. Das ist auf Dauer anstrengend. Besser also aufs Papier damit – und das Unnötige gleich in den „mentalen Papierkorb“.

 

Morgenseiten schreiben: So funktioniert’s

Alles, was du dafür benötigst, sind 3 Seiten Papier und ein Stift.

Schreib das Datum auf die erste Seite und dann schreib los. Ja, einfach losschreiben. Folge dem Strom deiner Gedanken, ohne nachzudenken. Schreib über deine Frisur, das Wetter, die Gardinen, das Meeting, das heute ansteht, eine Feier am Wochenende, auf die du große Lust hast oder überhaupt keine …

Die Morgenseiten sind keine Kunst und keine Literatur. Sie sind nur für dich bestimmt. Anders als das Tagebuch halten sie den Tag nicht fest, wenn er schon vorüber ist, sondern sie halten das fest, was da ist, bevor der Tag beginnt. Morgenseiten machen also „Ruhe im Karton“. Gleichzeitig liefern sie uns nach einer Weile Lösungen und Ideen, nicht nur fürs Schreiben, sondern auch fürs sonstige Leben!

Für die 3 Seiten brauche ich etwa 15 Minuten. Schreib die 3 Seiten bis zum Ende von Hand. Hör nicht früher auf. Nach etwa anderthalb Seiten hat man oft das Gefühl, es sei alles gesagt und der Kopf sei schon frei. Kann sein. Halte trotzdem durch. Manchmal findet der Durchbruch erst auf der dritten Seite statt.

Du kannst die Morgenseiten auch zu anderen Tageszeiten schreiben. Richtig befreit und „leer“ startest du in den Tag, wenn du sie morgens schreibst.

 

Lege dir ein Notizbuch zu oder schreib auf leerem Kopierpapier. Jede Art von Papier funktioniert, jeder Stift tut es. Wichtig ist einfach nur, für 3 Seiten die Hand übers Papier zu bewegen. Kommen Gedanken mehrmals, schreib sie einfach wieder und wieder auf, bis der nächste Gedanke kommt. Halte die Hand in Bewegung. Schreibe so schnell wie möglich. Denke nicht nach.

 

Wichtig: Die Morgenseiten sind nur für dich bestimmt. Gib sie niemand anderem zu lesen. Lege die geschriebenen Seiten oder dein Notizbuch an einem Ort ab, der nur für dich zugänglich ist.

Dieser sogenannte „stream of consciousness“ hilft dir übrigens auch dabei, deine Intuition wieder zu hören, dein Bauchgefühl. Dieses zarte Stimmchen geht oft im Alltag unter. Bewusste Auszeiten, sei es durch eine kurze Meditation oder eben durch die Morgenseiten, verschaffen deiner Intuition wieder Gehör.

Außerdem trainierst du mit den Morgenseiten deine Kreativität und das unzensierte Schreiben, das vielen von uns in der Schulzeit abhandengekommen ist.

 

Mein Tipp: Wenn du morgens partout keine Zeit hast, die Morgenseiten zu schreiben, schreib sie am Mittag oder Abend. Auch nach einem aufwühlenden Telefonat oder Gespräch wirken schon 1 bis 2 Seiten Wunder. Dein Kopf wird klarer, freier und du hast wieder Kapazität, dich auf die nächsten wichtigen Aufgaben zu konzentrieren. 1 bis 2 Seiten sind besser als nichts.

Essenz: Morgenseiten helfen uns dabei, mental zu entrümpeln, und machen Platz für neue Ideen. Genieße die tiefe Verbindung zu dir selbst, die dir die Morgenseiten schenken. Sei neugierig auf das, was dir auf dem Papier begegnet und auf welche Weise du dich dadurch kennenlernen kannst.

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